Der Grossspitz
 

Text verfasst im Jahr 2006 von Susanne Klossner
Letzte Aktualisierung:  Aug. 2019

 

Der deutsche Grossspitz ist ein wunderbarer Hund und wir geben gerne Wissenswertes über diese Rasse an Interessierte weiter.

Hier sieht man schön die Grössenspanne des Grossspitzes: Bharani 50cm und Cima 43cm

Der Grossspitz ist mit seiner Schulterhöhe von 42 bis 50cm der zweitgrösste der deutschen Spitze (es gibt noch den Wolfspitz, den Mittelspitz, den Kleinspitz und den Zwergspitz). Spitzartige Hunde gibt es ausser den deutschen Spitzen noch viele mehr. Um nur ein paar davon aufzuzählen: Japanspitz, Alaskan Malamute, Siberian Husky, Samojede, Akita Inu, Shiba Inu, Finnischer Lapphund usw. Der Spitz ist eine der ältesten Hunderassen, er wird auf den steinzeitlichen Torfhund "Canis familiaris palustris Rüthimeyer" zurückgeführt.

Der Grossspitz ist laut der roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (Deutschland) extrem gefährdet (Kategorie 1). Grossspitze werden einfarbig gezüchtet, in den Farben Schwarz und Weiss. Nach Recherchen im 2001 (Quelle: Gesellschaft zu Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen) wurden keine braunen Exemplare mehr gefunden.

* Am 31.12.2007 ist jedoch in Deutschland, gemäß VDH- u. VDSp.-Sondergenehmigung für die Anzüchtung von braunen Großspitzen, aus einer Verpaarung einer braunen Mittelspitzhündin und eines schwarzen Grossspitzrüden ein Wurf brauner Welpen auf die Welt gekommen. Drei Rüden und eine Hündin sind als Grossspitze in die Zucht und hatten bereits Nachwuchs - alle Nachkommen sind schwarz, aber durch ihr braunes Elternteil sicher Träger der braunen Fellfarbe (B/b)...
2011, 2012 und 2013 kamen aus einer anderen Mutterhündin (schwarz) mit zwei verschiedenen Rüden (beide schwarz) insgesamt vier braune Welpe hervor. In folgenden Jahren gab es weitere braune Welpen, die leider zum Teil (MEINE MEINUNG) gezielt durch Inzucht entstanden sind. Nur einer Farbe wegen Grossvater mit Enkelin zu verpaaren finde ich, ist nicht der richtige Weg... Inzwischen (ab zirka 2017) werden viele Grossspitze auf ihre Farben getestet - und so können und werden zum Teil gezielt Braunträger verpaart. Leider gibt es inzwischen nur noch wenige schwarze Grossspitze in der Zucht. Seit Juli 2015 dürfen auch in Deutschland (wie schon länger in der Schweiz) schwarze und weisse Verpaart werden. So hat im Herbst 2016 "unsere" Gemma vom Alpenspitz vier schwarze Welpen geboren und eine Tochter von ihr im Dezember 2018 gleich acht Ur-urenkel von Eiko und Trixy! Im Herbst 2019 eine zweite Tochter von Gemma ebenfalls 2 schwarze (nebst zwei weissen, einem schwarz-gescheckten und einem wildfarbenen. Der Vater dieses Wurfs ist wie Gemmas Tochter ein schwarzer Weissträger.

(*Die Zahlen und Beschreibungen berufen sich auf FCI-Zuchtstätten - und Hunde. Seit zirka 10 Jahren sind in Deutschland viele Grossspitzzüchter aus dem VDH, somit der FCI ausgetreten und züchten in verschiedenen neu gegründeten, nicht dem VHD/FCI unterstellten Vereinen.

Einerseits verständlich, wenn die Grossspitzzucht im Mutterland der Spitze derart eingeschränkt wird, wie mit teils total sinnlosen Farb-Verpaarungseinschränkungen und auch Varietätenreinheit (Ein Grossspitz musste bis vor kurzem 5 Generationen reinfarbig gezüchtet sein / durfte 5 Generationen keinen Wolfsspitz aufweisen...), obwohl jeder der sich auch nur wenig mit der Farbgenetik befasst weiss, dass weiss x weiss nur weiss ergeben kann, auch wenn deren Eltern pink und/oder gescheckt wären (entschuldigt die Ironie).
Andererseits ist die Aufteilung in verschiedene Vereine sehr schade, weil so die schon kleine Zahl an Grossspitzen in verschiedenen Populationen teils voneinander isoliert werden.

Der Grossspitz ist ein idealer Familienhund und eignet sich sehr gut für alle Arten von Hundesport.
Wir haben die Erfahrung gemacht, dass er sehr intelligent und gelehrig ist, auf unzählige Wiederholungen einer Übung aber gut verzichten kann! Ist man bei seiner Erziehung konsequent und gibt ihm gar nicht die Gelegenheit herauszufinden, was er bei seiner Intelligenz und Schlauheit alles anstellen könnte, hat man viel Freude an seiner Aufmerksamkeit, Lebhaftigkeit und aussergewöhnlichen Anhänglichkeit gegenüber seinem Besitzer.

Eiko Majo no koya im Juni 2006

 

Eiko wurde mit 4-5 Jahren zum Therapie/Sozialhund ausgebildet.
Alle unsere Hunde lieben es, uns überallhin zu begleiten und vor allem im Wohnmobil zu reisen. Sie sind auch in Hotels sehr gerne mit dabei und wissen sich dort zu benehmen.

 

Der Grossspitz sollte wenig bis keinen Jagdtrieb haben, was aber nicht heisst, dass er davonrennenden Tieren (Katzen) nicht gerne hinterher rennen würde. Dies ist aber ganz klar Erziehungssache! Er wäre (von seinen Genen her) reviertreu, was heisst, dass er nicht streunt. Nun hat es der Geist der Zeit aber mit sich gebracht, dass ihnen nicht mehr beigebracht wird, sich nur mit Besitzer auf eigenem Hof und Feld aufzuhalten, sondern man nimmt sie täglich an die Leine und begleitet sie beim "streunen" - hätten unsere die Gelegenheit würden sie trotz sehr grossem eigenen, eingezäunten Gelände alleine auf diese "Streun-Tour" aufbrechen - da bin ich sicher! Durch einen Zaun daran gehindert, lieben es unsere draussen zu sitzen und die Gegend zu beobachten - also zu wachen.

Der Grossspitze ist neugierig und solange etwas läuft, will er nichts verpassen. Wenn er aber merkt, dass Ruhe angesagt ist, kann er stundenlang auch nur herum liegen. In der Nacht bellen unsere Grossspitze wochenlang nicht - bis sie wirklich einen Grund haben. Da diese Rasse sehr anpassungsfähig ist, lassen sie sich bei entsprechender Beschäftigung und ausgedehnten Spaziergängen gut in der Wohnung halten. Hier sind wir der Meinung, dass Zeit (mit ihm) wichtiger ist als Platz!
Ihre Anpassungsfähigkeit ist nur eine der Eigenschaften, die wir nicht mehr missen möchten.

Sehr ausgeprägt ist der Wachsinn des Grossspitzes, wenn man also nicht gerade deswegen diese Rasse gewählt hat, sollte man das Wachen nicht noch fördern. Die Aufgabe dieses Hundes war es früher, vor allem Haus, Hof und Fuhrwerke zu bewachen, was ihm die Bezeichnung Fuhrmannsspitz einbrachte. Der schwarze Grossspitz wurde von schwäbischen Weinbauern gehalten um die reifen Trauben in den Weinbergen vor Dieben zu schützen und die Vögel zu verscheuchen, das brachte ihm auch den Namen Weinbergspitz ein.

Das dem Spitz anhaftende Image des "Kläffers" stammt aus der Zeit, in der die Hunde frustriert an der Kette leben mussten. So konnten sie ihrer Aufgabe, dem Bewachen von Haus, Hof und seinen Menschen, denen er überallhin gerne folgt, nicht mehr nachkommen. Diese Hunde waren unterfordert und langweilten sich!

 Das wunderschöne lange Haarkleid der Grossspitze ist sehr pflegeleicht und verfilzt nicht, obwohl wir es nicht mehr als einmal pro Woche kämmen. Nur bei Fellwechsel ist häufigeres Kämmen angesagt. Und was wir einfach spitze finden, vor allem weil er doch viel im Haus ist: er stinkt nicht mal wenn er nass ist! Das heisst, das Fell (von allen Spitze) hat keinen Eigengeruch.

 Grossspitze sind robust, wetterunempfindlich, langlebig und gelten als wenig krankheitsanfällig. Mit seinem Gewicht (12-22kg) und seiner Grösse (42-50cm) ist er ein sportlicher Hund in gesundheitlich gutem Grössenbereich.

Wir haben nur ein paar Eigenschaften und Besonderheiten über diese Hunde, die überall Aufmerksamkeit erregen, herausgenommen. Verschiedene Rasseportraits findet ihr bei den Links

Hier geht's direkt zu einer sehr lesenswerten Rassebeschreibung mit Geschichte  klick

Grossspitz Welpe

Der Grossspitz in der Schweiz
(aktualisiert August 2019)

 Auszüge aus den Zuchtbüchern: in der Zeit vom Oktober 1972 bis September 1992 sind in der Schweiz 14 Grossspitz-Würfe mit 63 Welpen eingetragen. Davon waren 40 schwarze und 23 weisse.

 Nach 1992 gab es zehn lange Jahre keinen Wurf mehr in der Schweiz – bis endlich am 2. Mai 2002 in der Zuchtstätte Majo no koya von Kathrin Glöckler fünf seltene Grosspitze auf die Welt kamen. Im September 2004 kam dann der zweite Wurf, darunter Eiko Majo no koya, mit dem dann 2008 die wieder einzige* weisse Grossspitz-Zucht in der Schweiz gegründet wird. Alena, Eikos Mutter hatte nur diese zwei Würfe.

*seit 2008 wurden zwar zwei neue Zuchtstätten gegründet, beide mit Nachkommen von uns. Aber in diesen ist bisher nur je ein Wurf gefallen - wir hoffen auf weitere!

Bis 2015 wurden bei Kathrin Glöckler schwarze und weisse Grossspitze gezüchtet. Als sie Anfang 2005 in Deutschland wieder eine Hündin suchte, waren gerade nur schwarze zu haben, was wieder zeigt, wie selten die Grossspitze geworden sind. Mit Alice vom Veitenhof gab es einen Wurf im März 2007, einen im März 2008 und einen, mit Eiko als Vater, im Februar 2010. Inzwischen ist Alice nicht mehr in der Zucht,  eine schwarze Tochter von ihr und Eiko, Janka Majo no koya, hatte 2 Würfe, wovon kein einziger schwarzer Welpe gefallen ist. Einen passenden schwarzen Rüden für Janka zu finden war so schwierig, dass sie zweimal mit weissen Rüden gedeckt wurde.

Im Herbst 2007 haben wir die Zuchtstätte „vom Alpenspitz“ gegründet und züchteten mit Eiko Majo no koya und Trixy van Millus ab November 2008 weisse Grossspitze. Nachdem seit den 90er Jahren lange keine Grossspitze geboren wurden, sind zwischen 2002 und 2018 in vier Schweizer Zuchtstätten 20 Grossspitzwürfe gefallen, elf davon bei den Alpenspitzen.

Seit 2011 ist in der Schweiz ein einziger schwarzer Welpe gefallen: 2014 der Rüde Felan Jaro vom Alpenspitz aus einer schwarz-weiss-Verpaarung mit unserer Cima und Jaro Majo no koya. Aus schwarz-weiss-Verpaarungen sind bei Majo no koya und Alpenspitz aber einige wunderschöne Schecken, oder Andersfarbige gefallen. Diese sind leider laut geltenden VDH oder SKG-Reglementen nicht zur Zucht zugelassen. Falls das hoffentlich mal geändert würde (geht bei kleineren Spitzvarietäten ja auch!), könnten auch aus gescheckten wieder reinfarbig weisse fallen...


Ein "Ergebnis" von unserem ersten Wurf - Alioth ist ein Vollbruder unserer Bharani


 

 
 
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